Ehrenamtliche Hospizarbeit

Palliativversorgung ist weit mehr als medizinische Betreuung am Lebensende. Sie umfasst eine ganzheitliche Begleitung von schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen – mit dem Ziel, Lebensqualität und Würde bis zuletzt zu bewahren. Matthias Gottschalk, Kreisvorsitzender von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, informierte sich in einem Gespräch mit Carola Epperlein vom Malteser ambulanten Hospizdienst in Pirna über die Anforderungen und Herausforderungen der ehrenamtlichen Arbeit.

Begleitung bis zum Tod: Engagement mit Herz und Fachwissen

Aktuell engagieren sich 40 Ehrenamtliche im Malteser ambulanten Hospizdienst in Pirna, um Palliativpatienten in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Die Zahl der Freiwilligen ist in den vergangenen Jahren gestiegen und zeigt die hohe Bereitschaft in der Gesellschaft, Verantwortung für andere zu übernehmen. Jede*r Ehrenamtliche durchläuft eine umfangreiche Weiterbildung, um auf die anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet zu sein. Themen wie „letzte Hilfe“ oder der Umgang mit Angehörigen stehen dabei im Mittelpunkt, denn oft brauchen auch diese Unterstützung, um die belastende Situation zu bewältigen.

Ein zentraler Aspekt der Arbeit der Malteser ist die passende Zuordnung von Ehrenamtlichen und Patienten. Nur so kann eine vertrauensvolle und erfolgreiche Begleitung entstehen. Die Dauer der Begleitung variiert von Fall zu Fall und wird individuell vereinbart. Neben der häuslichen Betreuung sind die Ehrenamtlichen auch in Krankenhäusern im Einsatz.

Strukturen verbessern, Bekanntheit steigern

Trotz des wachsenden Engagements steht die Sterbebegleitung im Landkreis vor zwei zentralen Herausforderungen: Viele schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen wissen nicht, dass es den ambulanten Hospizdienst gibt. Hier braucht es eine stärkere Vernetzung mit Ärzten und Kliniken sowie mehr Öffentlichkeitsarbeit, um das Bewusstsein für die Angebote zu schärfen.

Zweitens fehlt es im Landkreis an einem Hospiz, in dem Angehörige in Würde Abschied nehmen können. Zwar verfügen die Krankenhäuser im Landkreis über eigene Paliativstationen, ein Hospiz außerhalb der Krankenhausstrukturen schafft für Patienten und Angehörige aber ansprechendere Rahmenbedingungen. Die letzten gemeinsamen Tage und Wochen sollten, wenn möglich, gemeinsam in einer angenehmen Umgebung verbracht werden können.

Stärkung des Ehrenamtes

Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist unverzichtbar, sie steht jedoch vor finanziellen und strukturellen Hürden. Zwar werden die Kosten für Aus- und Weiterbildung sowie Fahrtkosten erstattet, eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit erhalten die Ehrenamtlichen jedoch nicht. Auch die Betreuung von Angehörigen wird nicht finanziell honoriert.

Dieses Problem betrifft viele Bereiche des Ehrenamts: Die bestehenden Regelungen entsprechen oft nicht dem tatsächlichen Aufwand, den die Freiwilligen betreiben. Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung ist die im Februar 2026 vom sächsischen Landtag verabschiedete „Bildungszeit“, für die sich auch die Bündnisgrüne Landtagsfraktion eingesetzt hat. Ab Januar 2027 haben Ehrenamtliche damit das Recht auf drei Tage Bildungsurlaub pro Jahr, die sie auch für ihre ehrenamtliche Tätigkeit nutzen können.

Die Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche müssen weiter verbessert werden. Durch mehr Anerkennung und finanzieller Unterstützung ihrer Tätigkeiten. Nur so wird das Ehrenamt als Säule der Gesellschaft gestärkt.

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