Am 19. September 2026 haben sich Mitglieder des Kreisverbandes sowie Interessierte in Zinnwald getroffen, um gemeinsam mit der Kreisarbeitsgemeinschaft Lithium die Natur des Osterzgebirges zu erkunden und sich über den aktuellen Stand des geplanten Lithiumabbaus in der Region zu informieren.
Die Wanderung führte über den Lugstein und die alten Halden auf tschechischer Seite in einem Rundkurs zurück nach Zinnwald. Eindrücke der Wanderung liefert unser Video auf Youtube:
Wir sehen den geplanten Lithiumabbau im Osterzgebirge kritisch. Der Eingriff in die Natur wäre so gravierend, dass der Nutzen in keinem Verhältnis steht. Lithium ist ein wichtiger Rohstoff für die Energiewende, es findet Anwendung in einem Großteil aller Batterieprodukte. Aber aus mehreren Gründen ist das Osterzgebirge die falsche Region für seinen Abbau:
- Vorkommen: Im Vergleich zu anderen europäischen Abbauregionen ist der Anteil von Lithium im Erdreich im Osterzgebirge sehr gering. Das heißt, dass viel mehr Erde abgebaut werden müsste, um die gleiche Menge an Lithium zu fördern, wie es in anderen Regionen möglich ist.
- Transport/Verarbeitung: Um die in den Bergwerken geförderte lithiumhaltige Erde zu den Aufbereitungsstätten zu transportieren, soll ein Tunnel errichtet werden. Die Aufbereitung selbst soll in einigen Kilometer Entfernung stattfinden. Das dafür notwendige Verfahren ist noch nicht erprobt, daher kann derzeit keine Aussage über seine Effektivität oder Effizienz getroffen werden. Die Abfallprodukte, die dabei entstehen, sollen auf Abräumhalden trocken gelagert werden. Bei starkem Wind können diese eine Gesundheitsbelastung für die Menschen der Umgebung darstellen.
- Weltmarkt: Damit der Lithiumabbau wirtschaftlich betrieben werden kann, darf ein bestimmter Preis je Tonne nicht unterschritten werden. Derzeit ist dieser Preis auf einem sehr niedrigen Niveau, was dazu geführt hat, dass in Australien und China Bergwerke geschlossen wurden. Diese würden wieder liefern, sobald der Preis steigt. Damit rückt ein profitabler Weltmarkt für das Projekt in Zinnwald in weite Ferne.
- Zeitplan: Aktuell wurde die Genehmigung für die Errichtung eines Probestollens für das Projekt in Zinnwald erteilt. Dieser soll in den kommenden Jahren erschlossen werden und genauere Aussagen über Erzgehalt sowie Transport- und Verarbeitungsmöglichkeiten zulassen. Erst im Anschluss könnte mit dem eigentlichen Abbau begonnen werden. Doch dafür sind noch einige Etappen zu erledigen. Allein für die Errichtung des Transporttunnels kann Stand heute von mehreren Jahren Arbeitszeit ausgegangen werden. Der bisher genannte Zeitplan sieht einen Betrieb des Bergwerks ab 2030 vor. Das ist aus unserer Sicht nicht haltbar.
Unsere Kreisarbeitsgemeinschaft Lithium begleitet den Prozess auch weiterhin. Über unseren Newsletter gibt es jederzeit aktuelle Informationen.
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